Éphémère bedeutet 'vergänglich' oder 'flüchtig'. Es ist ein poetisches Wort, das die kurze Dauer und die Flüchtigkeit von etwas beschreibt.
In "Caresse Sur L'océan" wird es im Ausdruck "Air éphémère de l'hiver" (Vergängliche Luft des Winters) verwendet. Es fängt die zarte und vorübergehende Natur des Winters ein, bevor der Frühling kommt, und verleiht dem Lied eine melancholische Schönheit.
„Caresse sur l’océan“ von Les Choristes wirkt wie ein leiser Flug über das Meer. Eine sanfte Meeresbewegung trägt einen leichten Vogel, der aus verschneiten Ländern zurückkehrt: „Caresse sur l’océan“ [Sanftheit auf dem Ozean] und „Porte l’oiseau si léger“ [Trägt den so leichten Vogel]. Der Winter erscheint dabei nur kurz, fast wie ein flüchtiger Hauch: „Air éphémère de l’hiver“ [Flüchtige Luft des Winters]. Auch ein Echo und ein Atemzug entfernen sich langsam, einmal in der Ferne und später „loin dans les montagnes“ [weit in den Bergen].
Besonders schön ist das Bild vom Vogel, der dem Wind folgt: „Vire au vent, tournoie, déploie tes ailes“ [Dreh dich im Wind, wirble, breite deine Flügel aus]. Er soll in der grauen Morgendämmerung einen Weg zum Regenbogen finden, bis der Frühling sichtbar wird. „Châteaux en Espagne“ [Burgen in Spanien] ist eine französische Redewendung für Luftschlösser oder schöne Vorstellungen, die vielleicht nur in der Fantasie existieren. Am Ende landet der Vogel nicht dramatisch, sondern wird auf den Stein einer versunkenen Insel gesetzt. Danach bleibt nur noch die Ruhe: „Calme sur l’océan“ [Ruhe auf dem Ozean].