Desacreditei kommt vom Verb desacreditar, was "den Glauben verlieren" oder "nicht mehr glauben" bedeutet. Es ist ein starkes Wort, das eine tiefe emotionale Erfahrung ausdrückt.
Im Lied singt Marisa Monte: "Até desacreditei de mim" (Ich habe sogar den Glauben an mich selbst verloren). Dieses Wort fängt die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ein, die sie vor dem Eintreffen der Liebe empfand, und macht es zu einem sehr einprägsamen und bedeutungsvollen Wort in diesem Kontext.
Manchmal rechnet man einfach nicht mehr mit der Liebe: Genau darum geht es in Ainda Bem von der brasilianischen Sängerin Marisa Monte. Sie erzählt völlig ungeschminkt, wie sie die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben hatte. Die Zeile „O meu coração já estava aposentado“ (Mein Herz war schon im Ruhestand) bringt es herrlich auf den Punkt. Ihr Herz hatte keine Illusionen mehr und war von früheren Enttäuschungen gezeichnet („Tinha sido maltratado“ – Es war schlecht behandelt worden). Sie war so an das Alleinsein gewöhnt, dass sie selbst kaum noch an sich geglaubt hat: „Até desacreditei de mim“ (Ich habe sogar den Glauben an mich selbst verloren).
Und dann wendet sich plötzlich alles! Ein neuer Mensch taucht auf und bringt sie unerwartet wieder zum Singen. Die Erleichterung darüber steckt schon im Titel: „Ainda bem“ heißt wörtlich übersetzt so viel wie „noch gut“, bedeutet im Alltag aber schlicht „Ein Glück!“ oder „Gott sei Dank!“. Mit der Zeile „Porque ninguém dava nada por mim“ nutzt sie zudem eine typische Redewendung: Wörtlich „Niemand gab etwas für mich“, was bedeutet, dass niemand auch nur einen Pfifferling auf sie gesetzt hat. Jetzt kann sie ihr Glück kaum fassen und fragt sich ehrlich: „Eu realmente não sei o que eu fiz pra merecer você“ (Ich weiß wirklich nicht, was ich getan habe, um dich zu verdienen).