Loucos bedeutet "Verrückte" oder "Narren". Es ist ein interessantes Wort, da es im Kontext des Liedes eine doppelte Bedeutung hat.
Die Welt nennt das Paar "loucos", weil sie ihre Liebe auf unkonventionelle Weise ausdrücken – sie reden allein auf der Straße, zählen Sterne und tätowieren sich gegenseitig. Doch für das Paar selbst ist ihre "Verrücktheit" ein Zeichen ihrer tiefen, einzigartigen Liebe, die sie glücklich macht und über die Normen der Gesellschaft hinausgeht.
In „Loucos“ beschreiben Matias Damasio und Héber Marques ein Liebesgefühl, das so intensiv ist, dass Außenstehende nur den Kopf schütteln können. Gleich zu Beginn setzt der Text die Messlatte extrem hoch: „Camões não inventou palavras para exprimir esse momento“ („Camões hat keine Worte erfunden, um diesen Moment auszudrücken“). Luís de Camões ist Portugals berühmtester Nationaldichter aus dem 16. Jahrhundert. Wenn selbst sein Wortschatz nicht ausreicht, weiß man sofort, wie gewaltig dieses Gefühl sein soll. Die Verliebten schreien sich die Stimmen heiser vor lauter „te amo“ und sehen Wolken am Himmel, die ihre Gesichter formen.
Für den Rest der Gesellschaft wirkt dieses Verhalten schlichtweg verrückt: „Mas o mundo nos chama loucos / Porque falamos sozinhos na rua“ („Aber die Welt nennt uns verrückt, weil wir alleine auf der Straße Selbstgespräche führen“). Sie zählen Sterne am Himmel und tragen das Bild des anderen im Herzen. Doch Damasio macht klar, dass ihm die Meinung der anderen völlig egal ist: „Mas não liga não“ („Aber kümmere dich nicht darum“ / „Hör gar nicht hin“), eine lockere Redewendung, um Kritik einfach wegzulächeln. Wenn Schnee in allen vier Jahreszeiten fällt („cai neve em todas as estações“) und Engel Beifall klatschen, hat die Realität gegen diese Liebe eben keine Chance mehr.