Cununa bedeutet wörtlich „Krone“ oder „Kranz“. Es ist ein traditionelles und poetisches Wort, das oft im Kontext von Hochzeiten und Feierlichkeiten verwendet wird.
Im Lied „Soarele Şi Luna“ wird es metaphorisch verwendet, um die Rolle von Sonne und Mond als Zeugen und Beschützer der Ehe zu beschreiben: „Soarele și Luna ne-or ține cununa“ bedeutet „Sonne und Mond werden unsere Krone halten“ oder „Sonne und Mond werden unsere Hochzeit krönen“. Es verleiht dem Lied eine feierliche und mystische Atmosphäre.
In diesem moldauischen Folk-Song von Pasha Parfeni geht es um das Werben um eine Braut mitten in der Natur. Der Sänger spricht direkt zu den Wäldern und Flüssen seiner Heimat: Er ruft den dichten Wald an (Codrule cu frunză deasă / „Wald mit dichtem Laub“) und gesteht dem ruhigen Fluss Dnister (Nistrule cu apă lină / „Dnister mit ruhigem Wasser“), dass er sich rettungslos verliebt hat. Um ihr Herz zu gewinnen, zieht er alle Register: Er singt traditionelle Klagelieder (I-am cântat eu doine multe / „Ich habe ihr viele Doinas gesungen“), tanzt für sie und verwöhnt sie nach Strich und Faden, bis sie ihn endlich küsst.
Der Kern des Liedes ist ein kosmisches Hochzeitsversprechen. Er verspricht seiner Auserwählten ein Fest unter dem Sternenhimmel (Nuntă sub un cer cu stele) und schenkt ihr am siebten Abend einen Ring mit einem seltenen Edelstein (Un inel cu piatră rară). Im Refrain übernehmen Sonne und Mond die Rolle der Trauzeugen (Soarele și Luna / Ne-or ține cununa / „Die Sonne und der Mond werden unsere Hochzeitskrone halten“). Das Bild der Krone bezieht sich direkt auf den traditionellen Brauch bei osteuropäischen Hochzeiten, bei dem dem Brautpaar Kronen über den Kopf gehalten werden. Hier werden einfach Sonne und Mond zu den himmlischen Zeugen dieser Liebe ernannt.