Quenottes ist ein liebevoller, eher ungewöhnlicher Ausdruck für kleine Zähne, besonders bei Kindern oder Tieren. Im Lied ersetzt der Erzähler seine „dents de loup“ (Wolfszähne) durch niedliche „Quenottes“, was seinen Wandel vom gefährlichen Mann zum zahmen Spielzeug unterstreicht.
In „Je me suis fait tout petit“ („Ich habe mich ganz klein gemacht“) dreht sich alles um einen selbstbewussten Mann, der vor einer Frau plötzlich jede Härte verliert. Früher nahm er vor niemandem den Hut ab und war ein „chien méchant“ [böser Hund]. Bei ihr kriecht er jedoch, macht sich brav und lässt sich sogar aus ihrer kleinen Hand füttern: „Maintenant je rampe et je fais le beau, quand elle me sonne“ [Jetzt krieche ich und mache den Braven, wenn sie mich ruft]. Aus seinen „dents d’loup“ [Wolfszähnen, also gefährlichen Fangzähnen] werden „des quenottes“ [kleine Milchzähnchen]. Das ist übertrieben und ziemlich witzig: Der angeblich harte Kerl wird vor einer „poupée“ [Puppe] zum zahmen Spielzeug.
Die Puppe schließt beim Hinlegen die Augen und sagt beim Berühren „Maman“ [Mama], wie ein Spielzeug aus der Kindheit. Gleichzeitig hat diese Frau beim Lächeln und Singen „des dents de lait“ [Milchzähne], in ihrer Wut aber wieder „des dents de loup“ [Wolfszähne]. Der Erzähler ist also völlig ihrer wechselnden Sanftheit und Schärfe ausgeliefert. Sogar Somnambule und Magier sagen ihm voraus, dass er in ihren gekreuzten Armen sein „dernier supplice“ [letzte Qual] erleiden wird. Er nimmt dieses Schicksal trotzdem an: Ob man hier oder anderswo hängen müsse, sei kaum noch wichtig. Die Sprache springt dabei zwischen Kinderzimmer, Raubtier und Liebeshingabe hin und her, wodurch seine freiwillige Unterwerfung zugleich zärtlich, komisch und ein bisschen gefährlich wirkt.