Fanaberie ist ein interessantes Wort, das 'Launen', 'Flausen' oder 'Spleen' bedeutet. Es beschreibt oft übertriebene oder eigenwillige Verhaltensweisen und ist nicht alltäglich in Liedtexten.
Im Liedtext heißt es: "Te same fanaberie" (Die gleichen Launen). Es deutet darauf hin, dass die Protagonisten immer wieder in die gleichen Muster und Marotten verfallen, was die Beziehung kompliziert macht. Die Verwendung dieses Wortes verleiht dem Text eine besondere Note und Tiefe.
In „Cliché“ beschreibt Karolina Stanisławczyk eine Beziehung, die sich immer weiter erschöpft. Die sprechende Person fühlt sich vom anderen geschwächt: „Czuję że zabierasz ze mnie siłę“ [Ich fühle, dass du mir die Kraft nimmst]. Trotzdem gibt sie ihm noch eine Chance, als würde sie ihm „einen weiteren Kredit“ gewähren. Das ist die Redewendung „dać komuś kredyt szans“: jemandem trotz Enttäuschungen noch Vertrauen schenken. Der andere nimmt seinen Mantel ab, trägt aber „ciszę“, also Schweigen. Und wenn er nicht da ist, spricht die Person mit den leeren Wänden. Viel direkter kann Einsamkeit kaum klingen.
Besonders stark ist der Refrain: „Gadasz banał frazes cliché“ [Du redest eine Banalität, eine abgedroschene Phrase, ein Klischee]. Beide reden, aber ihre Worte bringen nichts mehr. „Dla nas przestał grać ostatni takt“ [Für uns spielt der letzte Takt nicht mehr] verbindet das Ende der Beziehung mit Musik: Der gemeinsame Song ist vorbei. Trotzdem wiederholen sie „te same fanaberie“ [dieselben Launen oder Marotten], und ein „cichy nurt“ [stille Strömung] zieht sie weiter nach unten. Das Bild vom „szklany dom“ [gläsernen Haus] mit Fundamenten aus leeren Gedanken passt dazu: Alles wirkt sichtbar, aber nichts trägt wirklich. Am Ende bleibt die bitter-komische Wiederholung „My tacy sami“ [Wir sind wieder genau gleich]. Beide erkennen das Muster, machen aber trotzdem weiter.