Devórame bedeutet wörtlich „verschling mich“ und kommt vom Verb devorar („verschlingen“). Im Lied ist es eine leidenschaftliche, bildhafte Aufforderung: Die Sängerin oder der Sänger möchte von Begehren und körperlicher Nähe völlig überwältigt werden. Dadurch wirkt das Wort intensiv, ungewöhnlich und besonders einprägsam.
Lalo Rodríguez aus Puerto Rico singt hier mit großer Direktheit über sexuelles Verlangen und die Erinnerung an eine ganz bestimmte Frau. Der Erzähler hat zwar andere Abenteuer erlebt, doch seine Gedanken kehren immer wieder zu ihr zurück: Beim Sex nennt er ihren Namen, in seinen Träumen glaubt er, sie zu spüren, und sogar seine weißen Bettlaken erinnern ihn an sie. Die Zeile „En mi cama nadie es como tú“ [In meinem Bett ist niemand wie du] macht klar, dass keine andere Frau ihre besondere Nähe ersetzen kann. „Ven devórame otra vez“ [Komm, verschling mich wieder] ist dabei kein wörtlicher Wunsch, sondern ein leidenschaftliches Bild für völlige körperliche Hingabe.
Besonders stark ist, wie Körper und Sprache ineinanderfließen: Sie soll seinen Körper „en cada rincón“ [in jeder Ecke] zeichnen, ohne auch nur ein Stück Haut auszulassen. Sein Mund schmeckt noch nach ihrem Körper, und sein Verlangen wartet nicht geduldig, sondern „desesperan mis ganas por ti“ [meine Lust auf dich wird verzweifelt]. Später wird der Ton noch unverblümter: Sein Körper fordert ihre Lust „en silencio“ [im Stillen], und er bittet sie, ihn bis zum Morgengrauen „suavecito y con calma“ [ganz sanft und ruhig] zu verwöhnen. Das Lied verbindet also Sehnsucht, Schlaflosigkeit und sehr konkrete erotische Bilder. Der Titel klingt dramatisch, fast ein bisschen wild, meint hier aber vor allem den Wunsch, diese einzigartige körperliche Verbindung noch einmal zu erleben.