Spiffero bedeutet wörtlich "Zugluft" oder "Luftzug". Es ist ein eher ungewöhnliches Wort für einen Songtext und weckt sofort Neugier.
Ligabue verwendet es hier metaphorisch, um eine Schwachstelle oder eine innere Verletzlichkeit zu beschreiben: "C'è uno spiffero nell'anima / Ci si ammala facilmente / Quando c'è corrente" (Es gibt einen Zug in der Seele / Man wird leicht krank / Wenn es einen Luftzug gibt). Es ist eine poetische Art, die menschliche Zerbrechlichkeit auszudrücken.
In diesem Rocksong nimmt der italienische Musiker Ligabue all unsere menschlichen Widersprüche mit einem Augenzwinkern auseinander. Menschsein bedeutet für ihn ständiges Auf und Ab. Besonders schön bringt er das in der Refrain-Zeile auf den Punkt: „Un giorno chiodo, un giorno martello“ (Einen Tag bist du der Nagel, einen Tag der Hammer). An einem Tag teilst du aus, am nächsten wirst du getroffen. Mal bist du ein gefeierter Star, mal die Witzfigur („Un giorno star, un giorno zimbello“), mal hart wie Stein („roccia“) und am nächsten Tag zerbrechlich wie Glas („cristallo“).
Ligabue listet all die Absurditäten auf, die wir täglich anstellen: Wir greifen nach der ersten verbotenen Frucht („Cogliere la prima mela“), trinken zuerst das Gegengift, nur um danach das Gift zu schlucken („Prendere l'antidoto per prendere il veleno“), oder weinen im schicken Festtagsanzug („nel vestito buono“). Er erinnert uns daran, dass in unserer Seele immer eine kleine Zugluft weht („C'è uno spiffero nell'anima“), durch die man sich leicht erkältet. Sein Fazit ist herrlich ehrlich: Wir müssen mit der ständigen Achterbahnfahrt klarkommen, denn am Ende heißt es einfach: „Essere umano“ (Mensch sein).