Arrese bedeutet 'Kapitulationen' oder 'Aufgeben'. Es ist ein eher seltenes Wort, das nicht alltäglich ist und eine gewisse Dramatik mit sich bringt.
Im Lied wird es in den Zeilen "Di colpi bassi e di arrese" (Von Tiefschlägen und Kapitulationen) und "Di vincitore e di arrese" (Von Siegern und Kapitulationen) verwendet. Es beschreibt die Höhen und Tiefen des Lebens, die Momente des Aufgebens und des Wiederaufstehens, was dem Lied eine tiefere, philosophische Ebene verleiht.
Marco Mengoni packt in „In Tempo“ das pure, chaotische Alltagsleben aus. Er zählt Momente auf, die jeder kennt: abbezahlte Sofas („divani presi a rate“), gedimmtes Licht in alten Wohnungen, überfüllte Bahnhöfe und amerikanische Kultserien („serie cult americane“). Es geht um diesen typischen Mix aus Schweiß, Brot, Mut, Ausreden und dem plötzlichen Wunsch, einfach mit neuen Schuhen über alte Straßen abzuhauen („camminare vecchie strade con le scarpe nuove“).
Dann kippt der Song in eine fast surreale Szene: Mitten im Alltagstrott kommt ein Traum gerade noch rechtzeitig, um ihn wachzurütteln („viene adesso a risvegliarmi in tempo / Un sogno così vivido“). Mengoni sieht darin sein eigenes Spiegelbild als Doppelgänger, einen „freien Gefangenen“ („Un prigioniero libero“), und schreit, ohne dass ein Ton herauskommt. Am Ende steht der Plan für einen heimlichen Ausbruch bei Nacht: Ohne Fahrkarte losfahren, keine Eile haben und sich mit voller Absicht verfahren („Ed apposta perderemo la strada“).