Éphémères bedeutet „vergänglich“ oder „kurzlebig“ und beschreibt Dinge, die nicht lange bestehen bleiben. Im Lied bezieht sich das Wort auf die Sandburgen im Schaum: ein poetisches Bild für kleine, schöne Momente, die schnell wieder verschwinden.
Mélanie Laurents „En t’attendant“ bedeutet „Während ich auf dich warte“. Das Lied macht aus dem Warten ein seltsames Kinderspiel: Die Sängerin zwinkert den Wolken zu, fordert die größten Gewitter heraus und schwimmt etwas unbeholfen in süßem Wasser. Sie baut „des châteaux de sable dans la mousse“ [Sandburgen im Schaum], obwohl diese Burgen vergänglich und schief sind. Besonders schön und ein bisschen komisch ist ihr Umgang mit der Zeit: „Le temps prend tout son temps“ [Die Zeit lässt sich alle Zeit], während sie ihre eigene verliert. Also erfindet sie Spiele mit fast nichts, zeichnet Musikstücke mit Tusche auf den Boden und macht im Bad eine Reise „Vingt mille lieues sous les mers“ [Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer].
Hinter diesen fantasievollen Beschäftigungen steckt deutlich: Sie wartet auf eine bestimmte Person und versucht, die leeren Tage irgendwie zu füllen. Dabei gibt es auch weniger harmlose Bilder. Sie lässt „griller les belles années“ [die schönen Jahre verbrennen], raucht und läuft stur weiter, obwohl die Nächte trüb sind. Sogar den Duft der anderen Person gießt sie ins Wasser und lässt ihn davonschwimmen. Im Refrain klingt ihr Wunsch schließlich ganz einfach: „Et toi de temps en temps / Tu passerais dans le mien“ [Und du würdest ab und zu in meine Zeit kommen]. Dann könnten beide wie Kinder spielen, vielleicht nur so tun, als ob, aber es richtig gut machen. Gerade diese Mischung aus Sandburgen, Badewanne, Zigaretten und großer Sehnsucht macht das Lied so eigenwillig.