Buganvilias sind Bougainvilleen, farbenprächtige, meist kletternde Blütenpflanzen. Im Lied beschreibt Natalia Lafourcade einen Garten voller Rosen und Bougainvilleen, der zu einem poetischen Erinnerungsort für eine vergangene Liebe wird.
Hast du schon mal ein altes Fotoalbum aufgeschlagen und sofort den Geruch eines bestimmten Tages in der Nase gehabt? Genau so fühlt sich dieser Song von der mexikanischen Musikerin Natalia Lafourcade an. Sie nimmt uns mit in einen Garten voller Bougainvilleen, in dem die Liebe einst wie wild blühte. Heute ist es dort stiller geworden. Von all den Pflanzen brennen nur noch wenige: „De todas las flores que sembramos / Sólo quedan unas encendidas“ (Von all den Blumen, die wir pflanzten, leuchten nur noch ein paar). Diese Blumen warten jeden Morgen vergeblich darauf, dass jemand zurückkommt und ihnen etwas vorsingt. Ein herrlich theatralisches Bild, das den Schmerz über das Verblassen einer großen Zweisamkeit direkt greifbar macht.
Statt trüber Klagen mischt Natalia aber echte, bunte Erinnerungen dazwischen. Sie denkt an wilde Nächte zurück: „En las calles de Madrid borrachos fuimos sin un rumbo fijo“ (Durch die Straßen von Madrid zogen wir betrunken ohne festes Ziel). Madrid steht hier für dieses pure Gefühl von Freiheit, wenn man sich verliebt durch fremde Gassen treiben lässt. Doch die Nostalgie sticht am Ende trotzdem zu, und zwar wörtlich: Ihre Berührung beschreibt sie als „suave como espina“ (sanft wie ein Dorn), der sich mitten in die Brust bohrt. Zwischen bittersüßen Mondnächten und bunten Blüten bleibt ein Song, der Liebeskummer wie einen Spaziergang durch vertrocknete Rosenbeete klingen lässt.