Hastío bezeichnet einen tiefen Überdruss oder eine bedrückende, quälende Langeweile. Das Wort klingt deutlich poetischer und intensiver als das alltägliche aburrimiento.
In „Sálvame del hastío“ bittet die Sängerin darum, vor dieser inneren Leere und dem Gefühl der Teilnahmslosigkeit gerettet zu werden. Dadurch wird deutlich, wie sehr sie unter der Einsamkeit und der Abwesenheit der geliebten Person leidet.
In „Sálvame“ spricht eine Person, die seit dem Weggang eines geliebten Menschen kaum noch Halt findet. „Extrañarte es mi necesidad“ [Dich zu vermissen ist mein Bedürfnis] klingt bewusst übertrieben: Das Vermissen ist nicht nur traurig, sondern scheint zum täglichen Überleben zu gehören. Dazu kommen „el nudo en la garganta“ [der Kloß im Hals] und der Gedanke, der nicht aufhört. Besonders stark ist das Bild vom Herzen, das „va perdiendo la fe, perdiendo la voz“ [nach und nach den Glauben und die Stimme verliert]. Hier wird Liebeskummer fast körperlich: Die Person kann nicht mehr richtig hoffen und fühlt sich sprachlos.
Der Refrain ist ein direkter Hilferuf: „Sálvame del olvido“ [Rette mich vor dem Vergessen], „de la soledad“ [vor der Einsamkeit] und „de la oscuridad“ [vor der Dunkelheit]. „Hastío“ bedeutet tiefe Überdrüssigkeit oder Leere, nicht einfach nur Langeweile. Die Bitte „No me dejes caer jamás“ [Lass mich niemals fallen] macht klar, wie abhängig die erzählende Person sich fühlt. Sie will zwar weitermachen, doch das Wort „amor“ [Liebe] kann sie nur schwer loslassen. Gerade diese Mischung aus großen, fast dramatischen Bildern und dem schlichten, immer wiederholten „Sálvame“ [Rette mich] macht das Lied so leicht mitzusingen und so schwer zu vergessen.