영겁같이 [yeonggeopgachi] bedeutet wörtlich „wie Äonen“ oder „wie eine Ewigkeit“ und beschreibt eine unvorstellbar lange Zeitspanne. Im Lied steht es in 영겁같이 긴 여행 [yeonggeopgachi gin yeohaeng], also „eine Reise, die so lang wie eine Ewigkeit ist“, wodurch die Verbindung der beiden Figuren besonders zeitlos und dramatisch wirkt.
In „Deja Vu“ blickt das lyrische Ich auf eine lange Flucht zurück: „수없이 도망갔었어“ [Ich bin unzählige Male davongelaufen] und „그저 무서웠었어“ [Ich hatte einfach nur Angst]. Während die andere Person am Anfang ihrer gemeinsamen Geschichte wartet, findet das Ich in einer zerstörten Welt nur einen „폐허 속의 Morse code“ [Morsecode in den Ruinen]. Der Morsecode wirkt wie ein schwaches, mühsam entschlüsselbares Signal. Dazu kommen ein altes Versprechen und Tränen, deren Grund es selbst nicht verstand. Das ungewöhnliche Wort „anemoia“ bezeichnet Sehnsucht nach einer Zeit, die man selbst nie erlebt hat. In diesem Song passt es zu einer Erinnerung, die gleichzeitig fremd und vertraut wirkt.
Unter dem Sternenlicht ihres Versprechens treffen die beiden vor ihren staubbedeckten Kronen wieder aufeinander. Die Krone klingt hier weniger nach Ruhm als nach etwas, das sie verloren haben und zurückholen müssen. Die Antwort ist schließlich klar: „나의 미래는 너야“ [Meine Zukunft bist du]. „Say my name“ [Sag meinen Namen] wird zum direkten Ruf nach Verbindung, und die Umarmung soll so fest sein wie am ersten Tag. Deshalb fühlt sich die andere Person wie ein „deja vu“ [Déjà-vu] an: als würde eine alte Szene erneut beginnen, obwohl beide durch Flammen, Regen, Tränen und eine „영겁같이 긴 여행“ [eine ewig lange Reise] gegangen sind. Besonders schön ist die Idee, dass gemeinsamer Schmerz zu „my clarity“ [meiner Klarheit] wird. Selbst beim Fallen bleibt die andere Person „all I need“ [alles, was ich brauche].