Boso bedeutet "barfuß". Es ist ein einfaches, aber sehr bildhaftes Wort, das in diesem Lied eine zentrale Rolle spielt und eine tiefere Bedeutung hat.
Im Kontext des Liedes symbolisiert "boso gehen" eine Rückkehr zur Einfachheit und Authentizität, das Ablegen materieller Besitztümer und das Finden von Freiheit. Es ist ein starkes Bild für das Loslassen und das Annehmen eines neuen Lebensabschnitts.
In „Boso“ stehen vergessene Dinge im Mittelpunkt: ein unbenutzter Frack, ein löchriger Mantel, ein abgetragener Schuh und ein vergessener Schal. Sie liegen „w kącie“ [in einer Ecke] und träumen davon, wieder modern zu sein, bevor sie still verschwinden. Besonders schön ist, dass die Gegenstände fast wie Menschen behandelt werden: Jede Sache scheint einen Wunsch zu haben und möchte noch „na drugą stronę“ [auf die andere Seite] mitgenommen werden. Sogar ein verlorener Regenschirm wartet auf Regen, während die Uhr ohne die Hände des Erzählers nicht weiß, wie sie weiterleben soll.
Der Refrain macht die Idee ganz schlicht und dadurch stark: „Pójdę boso“ [Ich werde barfuß gehen]. Wenn Gott ihn ruft, verabschiedet sich der Erzähler von all diesen Dingen. Hinter der geschlossenen Tür lässt er alles zurück: „Nie zabiorę nic“ [Ich werde nichts mitnehmen]. Das Barfußgehen wirkt hier wie ein Bild für den letzten Abschied von Besitz und Alltag. Der Kontrast ist fast humorvoll: Erst stapeln sich Frack, Mantel, Schirm und Uhr, dann bleibt nur ein Mensch ohne Gepäck. „Boso“ heißt wörtlich „barfuß“ und macht diesen Abschied angenehm direkt.