Cicatrices bedeutet "Narben". Es ist ein Wort, das man nicht oft in Liedern hört und das eine tiefere Bedeutung hat.
Im Lied von Alvaro Soler erzählen die Narben, was passiert ist ("Cicatrices cuentan que pasó"). Es ist eine schöne Metapher dafür, wie unsere Erfahrungen und die Spuren, die sie hinterlassen, unsere Geschichte erzählen und uns zu dem machen, was wir sind.
Kennst du das Gefühl, wenn du denkst, du hast dich komplett verlaufen? Genau darum geht es Alvaro Soler in El Camino. Er blickt auf Momente zurück, in denen er planlos die Richtung änderte: He cambiado el rumbo sin sentido (Ich habe sinnlos die Richtung geändert) und dachte, er hätte sich verirrt (Yo pensé que me había perdido). Doch statt zu verzweifeln, personifiziert er seinen eigenen Lebensweg als treuen Gefährten. Er nennt ihn El hermano del destino (Der Bruder des Schicksals) und sogar Mi viejo amigo el camino (Mein alter Freund, der Weg). Der Weg selbst wird zu einer Gestalt, die immer da war, sodass er sich nie einsam fühlte: Nunca solo me sentí (Ich habe mich nie allein gefühlt).
Unterwegs wird es natürlich auch anstrengend. Alvaro beschreibt den steilen Aufstieg mit staubigen Taschen (El bolsillo de polvo se llenó – Die Tasche füllte sich mit Staub) und Narben, die vom Erlebten erzählen (Cicatrices cuentan que pasó). Früher verstand er nicht, warum er durch schwere Zeiten gehen musste (tenía que pasarlo mal). Heute weiß er: Auch die Umwege und Rückschläge gehören fest dazu (Es parte del recorrido – Es ist Teil der Strecke). Ein wunderbarer Ohrwurm, der Mut macht, wenn das Leben mal wieder eine unerwartete Kurve nimmt!