Provoca kommt vom Verb provocar und bedeutet wörtlich „provozieren“, kann hier aber auch „reizen“ oder „in Versuchung bringen“ heißen. In der Zeile „Loca, loca, loca cuando me provoca“ beschreibt Álvaro Soler, dass er den Verstand verliert, wenn sie ihn mit ihrer Ausstrahlung oder ihrem Verhalten reizt. Dieser doppelte, romantische Sinn macht das Wort besonders spannend.
In „Loca“ beschreibt Álvaro Soler eine Liebe, die den Erzähler völlig aus dem Gleichgewicht bringt. Für ihn ist es Liebe, doch zugleich weiß er, dass die andere Person keinen Schmerz möchte. Er sagt sehr direkt: „Tú y yo, no me hace falta más“ [Du und ich, mehr brauche ich nicht]. Ohne sie kann er nicht schlafen, möchte mit ihr aufwachen und sie nicht am Morgen weggehen sehen. Ein Kuss reicht ihm schon, damit sich das Zusammensein lohnt. Das spanische „pa’“ in „vente pa’ la cama“ ist die umgangssprachliche Kurzform von „para“ und bedeutet hier „komm ins Bett“.
Der Refrain macht die Wirkung dieser Person noch stärker: „Loca, loca, loca cuando me provoca“ [Verrückt, verrückt, verrückt, wenn sie mich reizt] und „Contigo pierdo la razón“ [Mit dir verliere ich den Verstand]. In ihrem Kissen sucht der Erzähler sogar nach ihrem Atem. Das ist romantisch, aber auch ein bisschen übertrieben, und genau das macht die Szene so lebendig. Seine Freunde halten die Beziehung offenbar für schlecht und fragen, warum er sie „con locura“ [wahnsinnig] liebt. Trotzdem bleibt seine Antwort klar: Für ihn zählt „contigo y nadie más“ [mit dir und niemand anderem].