Se tira a perder bedeutet wörtlich „wird weggeworfen“ oder „geht verloren“. In diesem Lied beschreibt die Redewendung, wie sein Stolz beim Trinken verschwindet und er dadurch versucht, seine Ex anzurufen oder zu sehen. Die bildhafte Bedeutung macht diesen Ausdruck besonders einprägsam.
Kennst du diesen Moment bei einer Party, an dem jemand ganz dringend sein Smartphone abgeben muss? Genau da setzt Carin León zusammen mit Alejandro Fernández an. Die erste Zeile ist herrlich ehrlich: „No quiero escribirle así que quítenme mi celular“ („Ich will ihr nicht schreiben, also nehmt mir mein Handy weg“). Er weiß ganz genau, was passiert, wenn Alkohol im Spiel ist: „No sé por qué el orgullo cuando tomo se tira a perder“ („Ich weiß nicht, warum mein Stolz flöten geht, wenn ich trinke“). Die Redewendung tirarse a perder bedeutet wörtlich „sich verloren geben“ – hier heißt es einfach, dass jeglicher Stolz und alle guten Vorsätze beim ersten Schluck komplett über Bord gehen.
Statt cooler Fassade gibt es hier die volle Dosis Liebeskummer ohne Umschweife. Er will sie nicht mal vergessen („ni lo quiero intentar“ – „ich will es nicht mal versuchen“) und verbietet seinen Freunden die blöde Frage, wie es ihm geht: „¿Qué no están viendo?“ („Seht ihr das denn nicht?“). Am Ende bringt er das Dilemma trocken auf den Punkt: „Para amarte salió bueno, pa' olvidarte salió malo“ („Dich zu lieben, darin war mein Herz gut; dich zu vergessen, darin war es mies“). Das verkürzte pa' steht dabei umgangssprachlich für para. Ein Lied wie ein ehrlicher Absturz am Tresen, bei dem man genau weiß, dass man am nächsten Morgen alles bereut.