Vertiges bedeutet wörtlich „Schwindelgefühle“ oder „Taumel“. Im Lied ist das Wort poetisch gemeint: „Inventons nos vertiges“ heißt „Erschaffen wir unseren Taumel“ und beschreibt die berauschende Aufregung des Tanzens und Verliebtseins.
Das seltene, bildhafte Wort macht die Szene besonders intensiv: Die beiden tanzen so leidenschaftlich, dass sich alles um sie zu drehen scheint.
In „Dansons“ lädt Céline Dion dazu ein, trotz einer wankenden Welt weiterzutanzen. Die Bilder sind kühn: „Au-dessus des abîmes“ [über den Abgründen], „aux arêtes des cimes“ [auf den scharfen Graten der Gipfel]. Das Paar schwebt, wirbelt und hält sich aneinander fest, während „le monde vacille“ [die Welt schwankt]. Hände werden ineinander verschränkt, Stirnen berühren sich, und die beiden lassen sich vom Atem führen. „Que rien ne nous retienne“ [nichts soll uns zurückhalten] klingt dabei wie ein entschlossener Aufruf, die Sorgen wenigstens für diesen Tanz loszulassen.
Doch der Tanz ist hier mehr als eine romantische Begegnung unter Sternen. „Dansons pour être et rester droits“ [Tanzen wir, um aufrecht zu sein und zu bleiben] verbindet die Bewegung mit Haltung und Würde, auch für „tous les sans-voix“ [alle ohne Stimme]. Besonders stark ist die direkte Aussage: „On ne peut danser que debout“ [man kann nur im Stehen tanzen]. Das Lied setzt dem Stillstand Bewegung entgegen und erfindet eine kleine Insel, eine „idylle“ [Idylle], bevor alles erstarrt. Am Ende dreht sich die Welt nicht mehr richtig, also drehen die beiden sich selbst: „Tournons puisque le monde ne tourne plus rond“ [Drehen wir uns, weil die Welt nicht mehr rundläuft].