Girolles sind auf Deutsch Pfifferlinge, eine beliebte essbare Pilzart. Das Wort ist besonders und bildhaft, weil es in Liebesliedern eher selten vorkommt.
Im Lied erwähnt die Sängerin ganz alltäglich, dass sie auf dem Markt Pfifferlinge gefunden hat. Gerade dieser konkrete, ungewöhnliche Alltagsmoment verstärkt die nostalgische Stimmung und macht das Wort gut erinnerbar.
Céline Dion, eine Sängerin aus Kanada, erzählt hier von einem Alltag, der einfach weitergeht, obwohl eine wichtige Person verschwunden ist. Der Herbst verdrängt wieder einen Sommer, die alte „4L“ ist kaputt, Kinder wachsen, und die Erzählerin lernt Gitarre mit bisher nur drei Akkorden. Auch kleine Dinge bekommen Platz: Sie kauft Pfifferlinge auf dem Markt, pflanzt Tulpen und denkt darüber nach, in Rom zu leben. Gerade diese unspektakulären Nachrichten machen den Schmerz glaubwürdig. Nach all den Veränderungen bleibt der Satz: „Je t’aime encore“ [Ich liebe dich immer noch].
Die gesuchte Person ist „si loin sans même une adresse“ [so weit weg, ohne auch nur eine Adresse], und die Erzählerin weiß nicht, was aus ihr geworden ist. Sie schneidet sich die Haare, geht aus und wird eingeladen, doch beim Tanzen denkt sie weiterhin an ihn oder sie. Der Refrain wird immer direkter: „L’espoir est ma seule caresse“ [Die Hoffnung ist meine einzige Liebkosung], später ist es die Erwartung. Besonders stark ist die nüchterne Zeile „Et tout le reste m’est égal“ [Und alles andere ist mir egal]. Die Liebe wird „comme dans les chansons banales“ [wie in den gewöhnlichen Liedern] genannt, aber das klingt hier nicht kitschig, sondern erschöpfend ehrlich: Sie wird stärker, mit jedem Atemzug und jedem Schritt, während die andere Person sie offenbar nicht einmal hört.