Imploro kommt vom Verb implorar, was "flehen" oder "anflehen" bedeutet. Es ist ein starkes und emotionales Wort, das man nicht in jedem Lied findet.
In diesem Lied drückt Junior H seine tiefe Verzweiflung aus, indem er singt: "Y aunque a veces a la noche imploro / Que vuelvas porque ahora me siento solo" (Und obwohl ich manchmal nachts flehe / Dass du zurückkommst, weil ich mich jetzt allein fühle). Es vermittelt die Intensität seiner Sehnsucht und seinen Wunsch, dass die geliebte Person zurückkehrt.
Junior H bringt hier den klassischen Herzschmerz des Corrido Tumbado auf den Punkt: Deine Nachrichten bleiben aus („No hay mensajes de mi amor“ – Keine Nachrichten von meiner Liebe) und die Person ist einfach weg, ohne Erklärung. Sie hat ihm nur einen Kuss gegeben und ist gegangen („Me dio un beso y se marchó“). Zurück bleibt das totale Chaos im Kopf, weil er dachte, alles liefe gut. Besonders bitter ist das Bild mit dem Herzen: Das Herz, das er ihr geschenkt hat, hat sie einfach in seinem Haus liegen lassen („El cora que te regalé / Lo dejaste en mi casa“ – cora ist die spanische Umgangssprache für corazón, also Herz).
Was diesen Track so direkt macht, ist der Versuch, nach außen hin cool zu bleiben. Er betrinkt sich („tomando“), weint nachts und versucht krampfhaft, die Tränen zurückzuhalten: „Haciendo como que no duele tanto“ (Ich tue so, als würde es nicht so wehtun). Jemand sagt ihm sogar noch, es sei doch alles halb so wild („no será pa' tanto“, kurz für para tanto), während er innerlich völlig fertig ist und anfleht, dass sie zurückkommt. Ein ehrlicher Song über das Verlassenwerden und das einsame Sitzenlassen.