Amargura bedeutet "Bitterkeit" und ist ein starkes Gefühlswort, das man nicht in jedem Lied findet.
In diesem Lied singt Karol G davon, wie sie nach dem Ende einer Beziehung "Felicidad en vez de amargura" (Glück statt Bitterkeit) empfindet. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie man ein negatives Gefühl in einen positiven Wandel umwandeln kann, und macht das Wort besonders einprägsam.
Schluss machen, Krone richten und das Leben feiern: Genau darum geht es in „Casi Nada“ der kolumbianischen Reggaeton-Sängerin Karol G. Anstatt Liebeskummer zu schieben, stellt sie gleich zu Beginn mit herrlich trockenem Humor klar: Wenn jemand nach der alten Beziehung fragt, hat man am besten einfach ein schlechtes Gedächtnis („Diría que para ser feliz / Mejor tener mala memoria“ [Ich würde sagen, um glücklich zu sein, hat man besser ein schlechtes Gedächtnis]). Ihr Ex verbreitet nämlich das Gerücht, sie sei immer noch verrückt nach ihm („Que yo por ti sigo loquita“ [Dass ich wegen dir immer noch ganz verrückt bin]). Doch Karol dreht den Spieß eiskalt um: In Wahrheit ist er derjenige, der ohne sie nicht klarkommt.
Der Song ist eine klare Ansage an toxische Ex-Partner. Sobald sie gegangen ist, begann für sie die pure Freiheit statt Bitterkeit („Felicidad en vez de amargura“ [Glück statt Bitterkeit]). Ihre Definition von Liebe hat mit seiner schlichtweg nicht zusammengepasst („A eso que tú le llamabas amor [...] No me funcionó“ [Das, was du Liebe nanntest, hat für mich nicht funktioniert]). Mit der zentralen Zeile „No queda nada, no queda casi nada“ (Es bleibt nichts übrig, es bleibt fast gar nichts übrig) wischt sie die gemeinsame Vergangenheit einfach weg. Wer gerade einen motivierenden Track braucht, um mit einer alten Geschichte abzuschließen und das Single-Leben zu genießen („Estoy libre y disfrutando“ [Ich bin frei und genieße es]), ist hier genau richtig!