Tropiezo bedeutet wörtlich „Stolperstein“ oder „Stolpern“, kann aber auch „Fehltritt“ oder „Rückschlag“ bedeuten. Es ist ein interessantes Wort, da es eine konkrete Handlung mit einer metaphorischen Bedeutung verbindet.
Im Lied singt der Künstler: „Diste un tropiezo y trataré de ser el fuerte“ (Du bist gestolpert und ich werde versuchen, der Starke zu sein). Hier wird „tropiezo“ verwendet, um einen Fehler oder eine Enttäuschung in der Beziehung zu beschreiben, was dem Wort eine emotionale Tiefe verleiht, die über das bloße Stolpern hinausgeht.
Kennst du dieses Gefühl direkt nach einer Trennung, wenn der Finger über dem Display zittert? Genau darum geht es in „Llamarte O Bloquearte“ von Eslabon Armado und Óscar Maydon. Der Titel bringt das ganze Drama auf den Punkt: „Llamarte o bloquearte, ¿será bueno?“ (Dich anrufen oder dich blockieren, wäre das gut?). Selbst die eigene Mutter hakt schon nach („Mi jefa me pregunta si hoy tú llegarás“ – Meine Mutter fragt mich, ob du heute kommst; jefa ist im mexikanischen Spanisch ein geläufiger Slang-Ausdruck für Mutter). Man sitzt da, weiß keine Antwort und sieht dann in den sozialen Medien genau das, was man am wenigsten sehen will: „Veo tu historia y miro lo peor de lo peor / Tu sonrisa con otro“ (Ich sehe deine Story und sehe das Schlimmste vom Schlimmen / Dein Lächeln mit einem anderen).
Óscar Maydon redet sich den Frust von der Seele und nennt den Neuen direkt einen Feigling (cobarde), der sie sowieso schlecht behandeln wird. Am Ende bleibt nur noch die mexikanische Gleichgültigkeit als Schutzschild: „Y ahora en pedazos ya quedó y no hay pedo“ (Und jetzt liegt alles in Scherben und es macht nichts / kein Problem). Die umgangssprachliche Phrase no hay pedo bedeutet so viel wie „kein Problem“ oder „egal“, auch wenn innerlich natürlich alles brennt. Statt sofort weiterzuziehen, stellt sich der Sänger lieber auf eine ehrliche Pause ein: „Yo probaré la soledad por un buen tiempo“ (Ich werde die Einsamkeit für eine ganze Weile kosten).