Minable bedeutet "erbärmlich" oder "miserabel". Es ist ein starkes Wort, das nicht alltäglich ist und die Verzweiflung des Protagonisten gut ausdrückt.
Im Lied spielt Stromae mit dem Wort "formidable" (großartig) und "minable", um den Kontrast zwischen der Wahrnehmung seiner Ex-Freundin und seinem eigenen Zustand zu betonen. Er singt: "Tu étais formidable, j'étais fort minable" (Du warst großartig, ich war sehr erbärmlich), was seine Gefühle der Wertlosigkeit und des Kummers nach der Trennung hervorhebt.
In „Formidable“ spricht ein frisch getrennter Mann, der stark betrunken ist, mit Menschen auf der Straße. Der Refrain bringt den Widerspruch auf den Punkt: „Tu étais formidable, j'étais fort minable“ [Du warst großartig, ich war ziemlich erbärmlich]. Das Wort „formidable“ bedeutet hier „großartig“, während „minable“ so viel wie „armselig“ oder „erbärmlich“ heißt. Mit „fort“ meint er nicht „stark“, sondern verstärkt das Wort: Er findet sich selbst besonders erbärmlich. Sein „Bébé, oups, mademoiselle“ [Baby, ups, Fräulein] klingt wie ein unbeholfener Versuch zu flirten, doch er verspricht sofort: „J'vais pas vous draguer“ [Ich werde Sie nicht anbaggern]. Er redet höflich, widerspricht sich aber gleich selbst: „un peu fort bourré“ [ein bisschen sehr betrunken]. Genau diese Mischung aus Selbstmitleid, Peinlichkeit und frecher Offenheit macht den Text so witzig und unangenehm zugleich.
Danach pöbelt er einen verheirateten Mann an: Ein Ring, sagt er, mache noch keine sichere Zukunft, und seine Frau werde ihn vielleicht verlassen. Er denkt auch an eine andere Frau und an ein mögliches Kind. Später spricht er ein Kind direkt an und erklärt: „Y'a ni méchant ni gentil“ [Es gibt weder Böse noch Gute]. Dann erfindet er für die Familie einfache, verletzende Erklärungen: Die Mutter sei schwierig, weil sie Angst habe, Großmutter zu werden, und der Vater betrüge sie, weil die Mutter älter werde. Als alle ihn anstarren, fühlt er sich wie ein Affe und beschimpft die anderen als „macaques“ [Makaken, also Affen]. Der Schluss mit dem „bébé singe“ [Affenbaby] ist völlig überdreht. Stromae, ein Künstler aus Belgien, lässt hier einen Mann reden, der nach einer Trennung jede Grenze zwischen Scham, Wut, Humor und Unsinn verliert.