Ofîleam ist die Imperfektform des Verbs a ofili, was „welken“ oder „verblühen“ bedeutet. Es ist ein eher poetisches Wort, das man nicht alltäglich hört und das eine tiefe emotionale Bedeutung trägt.
Im Lied singt Irina Rimes: „Tu n-ai observat că mă ofileam“ (Du hast nicht bemerkt, dass ich verwelkte). Sie verwendet es metaphorisch, um ihren emotionalen Zustand zu beschreiben – wie sie innerlich verkümmerte und litt, ohne dass ihr Partner es bemerkte. Dieses Wort vermittelt auf eindringliche Weise das Gefühl des Verlusts und der Vernachlässigung.
Hast du schon mal bemerkt, dass eine Beziehung vorbei ist, noch bevor die andere Person überhaupt kapiert, was los ist? Genau darum geht es in „Ce S-a Întâmplat Cu Noi“ von Irina Rimes. Sie macht von Anfang an kurzen Prozess: „Nu mă căuta“ („Such mich nicht“) und „Am fugit de mult, nu mai sunt a ta“ („Ich bin schon lange weggelaufen, ich gehöre dir nicht mehr“). Irina singt nicht über frischen Trennungsschmerz, sondern über das ernüchternde Gefühl, wenn man innerlich schon längst ausgecheckt hat. Der andere hat es einfach nicht gemerkt, während sie langsam eingegangen ist: „Tu n-ai observat că mă ofileam“ („Du hast nicht bemerkt, dass ich verwelkt bin“).
Besonders heftig ist die rumänische Redewendung „ai dat cu mine de pământ“ („du hast mich zu Boden geschmettert“ – im übertragenen Sinne: mich zutiefst verletzt oder fertiggemacht). Sie wiederholt das bitter: gleich zweimal hat er das getan, bis sie weinend gegangen ist. Anstatt wütend zu toben, wird der Song fast melancholisch beobachtend. Der Regen steht für die verlorene Zeit: „Timpul plânge, îl simt în ploi“ („Die Zeit weint, ich spüre sie im Regen“). Es gibt kein Drama mehr am Fenster („nu mai am lacrimi să te-aștept la geam“ – „ich habe keine Tränen mehr, um am Fenster auf dich zu warten“), sondern nur noch ein Schulterzucken: „E prea târziu“ („Es ist zu spät“). Ein ehrlicher Popsong über den Moment, in dem die Liebe so weit weg ist, dass sie sich fast erfunden anfühlt.